Welche Gitarre für mein Kind? Größen-Guide für Eltern

von Petra Frankl

Verschiedene Kindergitarren-Größen im Vergleich

Faustregel: 1/2-Gitarre für Kinder von 5 bis 7 Jahren, 3/4-Gitarre für 7 bis 10 Jahre, 4/4 (Standardgröße) ab etwa 10 oder 11 Jahren. Wichtiger als das Alter ist aber die Körpergröße deines Kindes und ob die Hände groß genug sind, den Hals zu umfassen. Hier der praktische Guide nach über fünfzehn Jahren Erfahrung mit Kindergitarren im Donau-Ries.

Die Standard-Gitarrengrößen für Kinder

GrößeAlter (ca.)KörpergrößeMensur
1/44 bis 6 Jahrebis 110 cm~ 48 cm
1/25 bis 7 Jahre110 bis 125 cm~ 53 cm
3/47 bis 10 Jahre125 bis 145 cm~ 58 cm
7/89 bis 12 Jahre140 bis 155 cm~ 63 cm
4/4ab 10 oder 11 Jahrenab 150 cm~ 65 cm

Mensur = Länge der schwingenden Saite, vom Sattel bis zum Steg. Das verlässlichste Maß.

Wie du die richtige Größe wirklich findest

Die Tabelle ist ein Anhaltspunkt, kein Gesetz. Manche 7-Jährige sind groß und kräftig, denen passt schon eine 3/4. Andere 10-Jährige sind zierlich und kommen mit der 4/4 noch nicht klar. So testest du’s:

  1. Dein Kind setzt sich hin, die Gitarre auf den rechten Oberschenkel.
  2. Der rechte Arm liegt entspannt auf dem Korpus, der Ellenbogen ist nicht überstreckt und nicht zu weit gewinkelt.
  3. Die linke Hand greift den ersten Bund. Der Daumen kommt hinten am Hals gut an, ohne dass das Handgelenk knickt.
  4. Wenn das Kind sich verkrampft oder Hand und Arm nicht entspannt sind: zu groß. Wenn sich die Gitarre wie ein Spielzeug anfühlt und der Arm völlig flach liegt: zu klein.

In der kostenlosen Schnupperstunde probieren wir verschiedene Größen aus. Du musst dich also nicht im Voraus festlegen.

Konzertgitarre, Westerngitarre oder E-Gitarre, was ist richtig?

Für Kinder unter 12 fast immer: die klassische Konzertgitarre mit Nylon-Saiten. Die Nylon-Saiten sind weicher, tun den Fingerkuppen weniger weh und sind beim Greifen einfacher. Westerngitarren mit Stahlsaiten und besonders E-Gitarren sind für Kinderhände meist zu hart und der Hals oft zu breit.

Wenn dein Teenie unbedingt E-Gitarre lernen will, weil er Rockstar werden möchte: verstehe ich. Für die ersten 6 bis 12 Monate ist eine Konzertgitarre trotzdem die bessere Lerngrundlage. Der Umstieg geht später leicht.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Solide Marken statt Schnäppchen. Yamaha (CGS-Serie), Höfner Carmencita, Pro Arte und vergleichbare etablierte Marken liefern in der Anfänger-Kategorie verlässliche Qualität. Sie klingen ordentlich und sind stimmstabil.

Lieber etwas mehr investieren, wenn dein Kind länger dranbleiben wird. Bessere Holzqualität, längere Lebensdauer, höherer Wiederverkaufswert. Lohnt sich, wenn die Lust schon klar ist.

Finger weg von Billig-Modellen aus Online-Schnäppchen-Shops. Viele dieser „Kindergitarren” sind nicht stimmbar oder klingen so hart, dass sie den Spaß ruinieren. Mit Abstand der häufigste Grund, warum Kinder das Üben aufgeben.

Wo kaufen?

Im Donau-Ries gibt’s leider kein großes Musikgeschäft — weder in Donauwörth noch in Nördlingen. Praktisch heißt das: entweder online (Thomann, Session) mit guter Rückgabe-Möglichkeit, oder ein Ausflug nach Augsburg oder Nürnberg ins Fachgeschäft. Ich gebe meinen Schülerinnen und Schülern in der Schnupperstunde immer konkrete Modell-Empfehlungen je nach Größe und Budget. Auf Wunsch schaue ich auch eine bereits gekaufte Gitarre durch, ob sie passt.

Brauchen wir Zubehör?

Für den Anfang reicht: ein gepolsterter Gitarrenkoffer (oft im Set) und ein Stimmgerät (oder die kostenlose App „GuitarTuna”). Plektren braucht ihr nicht — die klassische Gitarre wird mit den Fingern gespielt. Notenständer kommt später. Verstärker brauchst du bei der Konzertgitarre nicht.

Bevor du kaufst: Schnupperstunde

Komm mit deinem Kind zur kostenlosen Schnupperstunde, bevor du eine Gitarre kaufst. Wir testen zusammen, welche Größe passt, ich gebe dir konkrete Modellempfehlungen, und du sparst dir den Fehlkauf.

📞 01515 2281772 — Schnupperstunde anrufen

Mehr lesen: Ab welchem Alter Gitarre lernen? · Was Gitarrenunterricht für die Entwicklung deines Kindes bringt

Lieber direkt fragen? Ich gehe ans Telefon.

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